Nutzungsbedingungen – SilentShield.io
Stand: 19. März 2026
1. Inhalt und Abschluss des Vertrags
Vertragsparteien und Vertragsgegenstand
Diese Nutzungsbedingungen regeln die Rechtsbeziehung zwischen der Forge12 Interactive GmbH, Donaueschingen/Deutschland („Anbieter“) und dem Kunden („Kunde“) im Zusammenhang mit der Bereitstellung der Sicherheits- und Schutzdienste SilentShield.io.
Der Anbieter erbringt seine Leistungen ausschließlich gegenüber Unternehmern im Sinne des § 14 BGB, also natürlichen oder juristischen Personen oder rechtsfähigen Personengesellschaften, die bei Abschluss des Rechtsgeschäfts in Ausübung ihrer gewerblichen oder selbständigen beruflichen Tätigkeit handeln.
Keine abweichenden Bestimmungen
Von diesen Nutzungsbedingungen abweichende oder darüberhinausgehende Regelungen sind unwirksam. Dies gilt insbesondere für Allgemeine Geschäftsbedingungen des Kunden, selbst wenn der Anbieter eine Bestellung des Kunden annimmt, die auf solche Bedingungen verweist oder sie beifügt, ohne dass der Anbieter ausdrücklich widerspricht.
Vertragsschluss
Der Vertrag gilt als abgeschlossen, sobald der Kunde und der Anbieter ein Auftragsformular unterzeichnen oder sich schriftlich auf eine Leistung verständigen.
Webbasierter Vertragsschluss
Wird der Vertrag online abgeschlossen, kommt er mit dem Zugang einer Bestätigungs-E-Mail des Anbieters beim Kunden nach Abschluss des Bestellvorgangs zustande. Die Bestimmungen des § 312i BGB über besondere Pflichten bei Verträgen im elektronischen Geschäftsverkehr finden keine Anwendung.
2. Leistungen des Anbieters
Funktionsumfang
Der Anbieter stellt dem Kunden die SilentShield-Dienste zur Verfügung, die automatisierte Angriffe, Bot-Zugriffe sowie missbräuchliche Nutzung von Webseiten, Formularen und IT-Systemen technisch erkennen und erschweren sollen.
Kein Erfolg / keine Garantie
Die Dienste stellen eine unterstützende technische Sicherheitsmaßnahme dar. Der Anbieter schuldet keinen vollständigen Schutz vor automatisierten Angriffen, Missbrauch oder unberechtigtem Zugriff. Es wird insbesondere keine Garantie übernommen für:
- die vollständige Erkennung oder Blockierung sämtlicher Bots oder Angriffe,
- die Vermeidung von Fehlklassifikationen (False Positives oder False Negatives),
- eine bestimmte Erfolgsquote oder Schutzwirkung,
- eine jederzeit unterbrechungsfreie oder fehlerfreie Funktionsweise.
Die Leistungen werden als Best-Effort-Leistung nach dem jeweiligen Stand der Technik erbracht.
Fehlklassifikationen
Dem Kunden ist bekannt, dass automatisierte Schutzmechanismen zu Fehlklassifikationen führen können, insbesondere zur Blockierung legitimer Nutzer (False Positives) oder zur unvollständigen Erkennung von Angriffen (False Negatives). Der Kunde ist verpflichtet, die Auswirkungen der eingesetzten Schutzmechanismen regelmäßig zu prüfen und geeignete Maßnahmen zur Absicherung seiner Geschäftsprozesse zu treffen.
Nutzungsrecht
Der Kunde erhält für die Dauer des Vertrags ein nicht ausschließliches, nicht übertragbares Recht, die Dienste im vereinbarten Umfang zu nutzen.
Ausgeschlossene Nutzungen
Eine Nutzung in sicherheitskritischen Infrastrukturen (z. B. Kraftwerke, medizinische Geräte, militärische Anlagen oder vergleichbare kritische Systeme) ist ausgeschlossen.
Einrichtung und Integration
Der Kunde ist für die Integration, Einrichtung, Konfiguration und laufende Anpassung der Dienste in seinen Systemen selbst verantwortlich.
Drittabhängigkeiten
Der Anbieter haftet nicht für Einschränkungen, Fehlfunktionen oder Ausfälle, die auf folgende Umstände zurückzuführen sind:
- kundenseitige Systemumgebungen oder Konfigurationen,
- Änderungen an Webseiten, Formularen oder technischen Integrationen,
- Browser-, Geräte- oder Netzwerkbedingungen,
- Drittanbieter-Systeme, APIs oder externe Dienste.
Verfügbarkeit
Die Verfügbarkeit ergibt sich ausschließlich aus einem ggf. gesondert vereinbarten Service Level Agreement (SLA).
Support
Supportleistungen werden nur erbracht, wenn diese gesondert vereinbart und vergütet wurden.
Dokumentation
Sofern nicht anders vereinbart, stellt der Anbieter lediglich Online-Hilfen oder Benutzerhandbücher in elektronischer Form zur Verfügung.
Beta-Funktionen
Als „Beta“ gekennzeichnete Funktionen befinden sich in der Testphase, können Fehler enthalten und sind nicht für den produktiven Einsatz bestimmt.
Änderungen am Service
Der Anbieter ist berechtigt, die Dienste aus sachlichem Grund anzupassen, insbesondere aufgrund rechtlicher Vorgaben, technischer Weiterentwicklungen oder Sicherheitsanforderungen, sofern hierdurch keine wesentlichen Vertragspflichten beeinträchtigt werden.
3. Vergütung und Zahlung
Entgelte
Der Kunde schuldet dem Anbieter die im Auftragsformular vereinbarte Vergütung. Diese kann aus einer einmaligen Einrichtungsgebühr, einer festen monatlichen Grundgebühr sowie nutzungsabhängigen Entgelten bestehen.
Fälligkeit
Alle Entgelte sind im Voraus zu Beginn der Vertragslaufzeit und zu Beginn jeder Verlängerungsperiode fällig.
Rechnungsstellung
Die Rechnungsstellung erfolgt elektronisch, entweder über das Kundenportal oder per E-Mail. Zahlungsziel: 30 Tage.
Zahlungsmethoden
Zahlungen sind per Banküberweisung oder Kreditkarte möglich.
Preise
Alle Preise verstehen sich netto zuzüglich gesetzlicher Umsatzsteuer.
Verzug
Bei Zahlungsverzug von mehr als zwei Monaten oder Rückstand in Höhe von mindestens zwei Monatsgebühren ist der Anbieter berechtigt, den Zugang zu sperren oder außerordentlich zu kündigen.
4. Pflichten des Kunden, Sperrung
Rechtskonforme Nutzung
Der Kunde verpflichtet sich, die Dienste nur im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen und dieser Nutzungsbedingungen zu verwenden und keine Rechte Dritter zu verletzen.
Mitwirkungspflichten
Der Kunde ist verpflichtet:
- die technischen Voraussetzungen gemäß Dokumentation einzuhalten,
- Änderungen an seinen Systemen zu prüfen und zu kontrollieren,
- die Auswirkungen der eingesetzten Schutzmechanismen regelmäßig zu überwachen,
- geeignete Sicherungsmaßnahmen (z. B. Tests, Backups, Monitoring) zu treffen.
Systemvoraussetzungen
Der Kunde trägt die Verantwortung für die Einhaltung aller technischen Voraussetzungen.
Sperrung
Der Anbieter darf die Nutzung vorübergehend sperren, wenn ein begründeter Verdacht auf rechtswidrige Nutzung oder Gefährdung der Systemsicherheit besteht. Der Kunde wird hierüber unverzüglich informiert.
5. Kundendaten und Datenschutz
Kundendaten
Der Anbieter behandelt Daten über die Nutzung der Dienste vertraulich und nutzt diese ausschließlich zur Bereitstellung und Verbesserung der Services.
Auftragsverarbeitung
Soweit personenbezogene Daten im Sinne der DSGVO verarbeitet werden, handelt der Anbieter als Auftragsverarbeiter. Die Details werden in einem gesonderten Auftragsverarbeitungsvertrag geregelt.
Verantwortlichkeit des Kunden
Der Kunde ist allein verantwortlich für die datenschutzkonforme Nutzung der Dienste, insbesondere für:
- die rechtliche Bewertung des Einsatzes der Dienste,
- die Einbindung in Consent-Management-Systeme,
- die Information seiner Endnutzer,
- die Einholung erforderlicher Einwilligungen.
Der Anbieter schuldet keine rechtliche Prüfung oder Beratung.
Referenzen
Der Anbieter ist berechtigt, den Kunden unter Nennung von Name, Firma und Logo als Referenz zu nennen, sofern der Kunde dem nicht widerspricht.
6. Mängelansprüche
Mängelfreie Leistung
Der Anbieter stellt die Dienste während der Vertragslaufzeit in einem zum vertragsgemäßen Gebrauch geeigneten Zustand bereit.
Mängelbegriff
Ein Mangel liegt nur vor, wenn die Dienste erheblich von der vereinbarten technischen Funktionsbeschreibung abweichen. Keine Mängel sind insbesondere:
- nicht erkannte oder erfolgreich durchgeführte Angriffe,
- Fehlklassifikationen (False Positives / False Negatives),
- wirtschaftliche Auswirkungen der Nutzung,
- Einschränkungen durch Drittanbieter oder Systemumgebungen.
Mängelanzeige
Der Kunde muss Mängel unverzüglich melden und die Umstände genau beschreiben.
Nachbesserung
Der Anbieter ist berechtigt, Fehler durch Umgehungslösungen vorläufig zu beheben.
Verjährung
Ansprüche auf Mängelbeseitigung verjähren innerhalb von 12 Monaten.
Unentgeltliche Leistungen
Für unentgeltlich bereitgestellte Leistungen haftet der Anbieter nur bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit.
7. Freistellung
Der Kunde stellt den Anbieter von allen Ansprüchen Dritter frei, die beruhen auf:
- einer rechtswidrigen Nutzung der Dienste,
- Verstößen gegen diese Nutzungsbedingungen,
- datenschutzrechtlichen Verstößen,
- der konkreten Einbindung der Dienste in die Systeme des Kunden.
Dies umfasst auch die Kosten einer angemessenen Rechtsverteidigung.
8. Haftungsbeschränkung
Haftungsausschluss
Der Anbieter haftet nur:
- bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit,
- bei einfacher Fahrlässigkeit bei Verletzung wesentlicher Vertragspflichten.
Erweiterter Haftungsausschluss
Der Anbieter haftet insbesondere nicht für:
- Sicherheitsvorfälle, die trotz Einsatz der Dienste auftreten,
- erfolgreiche Angriffe, Umgehungen oder Missbrauch durch Dritte,
- Fehlklassifikationen,
- wirtschaftliche Schäden (insbesondere Umsatzverluste, entgangene Leads, Conversion-Verluste),
- Datenverluste, Reputationsschäden oder sonstige Folgeschäden,
- Schäden durch Drittanbieter, externe Systeme oder Integrationen.
Höhe der Haftung
In Fällen einfacher Fahrlässigkeit ist die Haftung auf den typischerweise vorhersehbaren Schaden begrenzt, maximal jedoch auf die im jeweiligen Vertragsjahr gezahlte Nettovergütung.
Keine Haftung
Im Übrigen ist die Haftung ausgeschlossen, soweit gesetzlich zulässig.
Mitarbeiter
Die Haftungsbeschränkungen gelten auch zugunsten von Angestellten und Beauftragten des Anbieters.
9. Vertragslaufzeit und Kündigung
Testphase
Falls vereinbart, beginnt der Vertrag mit einer kostenlosen Testphase. Der Kunde wird vor deren Ablauf gesondert auf den Übergang in eine kostenpflichtige Vertragslaufzeit hingewiesen.
Grundlaufzeit
Der Vertrag hat eine feste Grundlaufzeit (in der Regel 12 Monate) und verlängert sich automatisch um denselben Zeitraum, wenn er nicht mit einer Frist von vier (4) Wochen zum Ende der Laufzeit gekündigt wird.
Kündigungsform
Kündigungen bedürfen der Schrift- oder Textform.
10. Änderungen der Nutzungsbedingungen
Der Anbieter ist berechtigt, diese Nutzungsbedingungen zu ändern oder zu ergänzen, soweit ein sachlicher Grund vorliegt und keine wesentlichen Vertragspflichten beeinträchtigt werden. Der Kunde wird mindestens sechs Wochen vor Inkrafttreten informiert. Widerspricht der Kunde, steht beiden Parteien ein Sonderkündigungsrecht zu.
11. Schlussbestimmungen
Mitteilungen
Der Anbieter darf alle Erklärungen per E-Mail an die beim Kunden hinterlegte Adresse senden.
Vorrang
Bei Widersprüchen zwischen Auftragsformular und diesen Bedingungen gilt das Auftragsformular.
Aufrechnung
Eine Aufrechnung oder Zurückbehaltung ist nur mit unbestrittenen oder rechtskräftig festgestellten Forderungen zulässig.
Schriftform
Änderungen bedürfen der Schrift- oder Textform. Dies gilt auch für die Aufhebung dieses Formerfordernisses.
Anwendbares Recht
Es gilt ausschließlich deutsches Recht unter Ausschluss des UN-Kaufrechts.
Gerichtsstand
Ausschließlicher Gerichtsstand ist – sofern der Kunde Kaufmann ist – der Sitz des Anbieters.
Salvatorische Klausel
Sollte eine Bestimmung unwirksam sein, bleibt die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen unberührt.
Sprachfassungen
Bei Abweichungen zwischen Sprachfassungen ist die deutsche Fassung maßgeblich.